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Golfanlage Bergkramerhof: Der erste ökologische Golfplatz Deutschlands ohne jegliche chemische Pflanzenschutzmittel

 

Ganz natürlich

 

Unsere Natur: Wir lieben sie, weil sie in all ihren vielen Facetten unsagbar schön und ein extrem gutes Beruhigungsmittel ist. Die Frage ist nur, ob wir sie auch immer gut behandeln. Auf der Golfanlage Bergkramerhof wird diese Frage mit „ja“ beantwortet.

Ein wenig gespritzt und gedüngt wird auf Golfplätzen oft, gerade bei sensiblen Stellen wie etwa den Grüns. Dabei sind die Vorgaben, wo man darf und wo nicht, im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Flächen sehr eng gesteckt. Tatsache ist: Der Einsatz chemischer Mittel auf Golfplätzen geht ständig weiter zurück – nicht zuletzt auch durch Initiativen wie „Golf & Natur“ des Deutschen Golf Verbands. Auf der Golfanlage Bergkramerhof im Süden Münchens ging man in Sachen Naturschutz vor drei Jahren noch einen Schritt weiter: Seither werden an keinem Punkt des Platzes selbst bislang erlaubte Pestizide mehr eingesetzt. Damit ist der Bergkramerhof der erste ökologische Golfplatz Deutschlands ohne jegliche Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln.

 

Golfer werden ja oft belächelt und mitunter sogar herb kritisiert, wenn sie von ihren „naturbelassenen“ Plätzen sprechen. Die Mehrheit aller Deutschen lehnt in grandioser Unwissenheit nicht nur den als elitär geltenden Golfsport generell ab, sie ist auch felsenfest davon überzeugt, dass der Bau von Golfanlagen besorgniserregende Eingriffe in die Natur darstellt. Dabei steht längst fest: Golfplätze sind deutlich weniger umweltbelastend als landwirtschaftliche Anbauflächen. Kommen bei einem Golfplatz auf einem Hektar durchschnittlich etwa 0,4 Kilogramm Pestizide zum Einsatz, sind es beispielsweise bei Getreideanbauflächen stolze 3,8 Kilogramm.

Dummheit oder Habgier – was ist wohl schuld daran, dass der Einsatz von unzähligen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft in den letzten Jahren immer weiter anstieg, die Biodiversität der Agrarlandschaft dagegen deutlich abnahm? Wenigstens bei den Golflandschaften haben sich die Zeiten positiv verändert.

 

Dr. Josef Hingerl

Grünes Gewissen

 

Dr. Josef Hingerl, Betreiber der Golfanlage Bergkramerhof, fasste vor drei Jahren in einem Anflug von „grünem Gewissen“ den einsamen Entschluss, seinen Platz nur noch hundertprozentig pestizidfrei zu pflegen. Kein Gramm chemischer Pflanzenschutzmittel sollte künftig noch eingesetzt werden. Das bedeutete, bei aller Betreiber-Euphorie, zunächst gravierende Einschnitte in der Platzpflege. Viele Pflanzen und Gräser auf den Grüns und Fairways im Bergkramerhof waren längst zu „Junkies“ geworden und fanden es anfangs offenbar gar nicht so amüsant, dass man ihnen so mir nichts, dir nichts den „Stoff“ entzog, an den sie sich doch so sehr gewöhnt hatten. Plötzlich sollten sie für ihr Wachstum und ihre Gesundheit selbst verantwortlich sein? 

Und der „Entzug“ zeigte Folgen: ausdauernder Schneeschimmel, Pilzkrankheiten wie etwa der strohige Dollarspot auf den Grüns, Löwenzahn-Idyllen auf den Fairways – über viele Wochen, ja Monate hinweg ein purer Albtraum. Viele Clubmitglieder verloren die Geduld und kündigten ihre Mitgliedschaft. Doch Dr. Hingerl ließ sich nicht beirren: Er wollte – in einer gewagten Mischung aus Liebe zur Natur, einer Spur Wahnsinn und einer Menge Mut – auf Biegen und Brechen einen völlig pestizidfreien Golfplatz.

Zunächst setzte er auf den Grüns ein kostspieliges UVC-Lichtgerät ein, dessen Bestrahlung Gräser nachweislich vor Pilzbefall schützt und im Wachstum unterstützt. 

Vor zwei Jahren engagierte er dann den renommierten schottischen Headgreenkeeper Gordon Johnston, ein wahrer Pflanzenflüsterer. Und der bekam mit seinem Team den arg gebeutelten Platz tatsächlich wieder in den Griff. Heute ist ein Spiel auf diesem Platz wieder ein ungetrübter Genuss. Die kleinen Löwenzahninseln auf den Fairways? Bereits deutlich reduziert. Sie beeinträchtigen nicht das Spiel. Die Golfer bevorzugen immer mehr diesen natürlichen Zustand, Allergiker allemal.

Das Schönste kommt bekanntlich immer zum Schluss, so auch hier: Seit einem Jahr gibt es auf dem Bergkramerhof eine Menge neuer „Clubmitglieder“ – in Form von 12 Bienenvölkern.

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