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Präsident des Deutschen Golfverbands

Hans Joachim Nothelfer

 

Zur Information:

An alle Präsidentinnen und Präsidenten

 


Manipulierte Berichterstattung des DGV über den Verbandstag am 12.04.2014

Fehlendes Vertrauen - Misstrauen – Selbstkritik

 

Sehr geehrter Herr Präsident Nothelfer,

aufgrund Ihrer Empfehlung wurden meine Anträge am Verbandstag abgelehnt. Dazu sagte mir ein Mitglied nach dem Verbandstag: „Auf den ersten Blick haben Sie zwar verloren; auf den zweiten Blick war es Ihr riesiger Erfolg, dass der DGV jetzt das machen muss, was Sie vorgeschlagen haben.“

 

Als ich meine 13 Thesen zur deutschen Golfszene und meine Anträge zum Verbandstag schickte, hatte ich tatsächlich kein Vertrauen darin, dass das Präsidium die desolat gewordene Golfszene verändern kann. Die Mitgliederzahlen gingen auf Nullwachstum. Die Golfanlagen haben schon seit Jahren schrumpfende Einkünfte, weil die voll zahlenden Mitglieder zurückgehen, die bekanntlich überwiegend die Golfplätze tragen. Das Image des Golfsports war wohl noch nie so schlecht wie heute. 54 % der Deutschen haben ein negatives Bild vom Golfsport, nur 14 % ein positives.

 

Im Nachhinein hat ein bayerischer Funktionär den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er in Frankfurt zu meinen Anträgen meinte, man müsste Sie, Herrn Präsident Nothelfer, bei der Ablehnung meiner neun Anträge deshalb unterstützen, weil meine Anträge letztendlich ein Misstrauen gegenüber dem Präsidium bedeuteten. Vor dem Verbandstag stimmte das nicht, weil ich damals noch kein Misstrauen gegenüber dem Präsidium hatte.

 

Es fehlte lediglich das Vertrauen dazu, dass das Präsidium nach Ausgaben von vielen Millionen für Werbekampagnen jetzt etwas besser machen würde als in den letzten Jahren. Mit Golf 2018 sollte wieder die „Faszination des Golfsports“ beschworen werden, wo doch die Kernaussagen ganz woanders liegen - bei Gesundheit, Natur und Lebensfreude. Hätte ich nicht im Vorfeld des Verbandstages davor gewarnt, dass Serviceagenturen uns überrumpelungsartig auf dem Verbandstag etwas auftischen würden, hätten wir wohl drei Spots zur Abstimmung erhalten. Bei dem einen Spot, der uns vorgeführt wurde, wurden eher alle Vorurteile gegen Golf wieder bedient, die man sich nur vorstellen kann: Schöne (=reiche) Menschen fahren im BMW in ihre aufwendig gepflegten Reservate. Das haben die meisten Mitglieder – und hoffentlich auch das Präsidium – so empfunden.

Nach dem Ablauf des Verbandstages ist aus dem fehlenden Vertrauen ein erhebliches Misstrauen erwachsen - gegen Sie als Präsidenten und auch Ihren Vizepräsidenten Dunkerbeck. Ich hatte mir die nachfolgenden Manipulationen bei unserem Verband nicht vorstellen können

 

 1. Falsche Pressemitteilung zu den Abstimmungen   am Verbandstag

 

In der Presseerklärung über den Verbandstag schreiben Sie tatsächlich:

 

Es wurde entschieden, auf dem vom Präsidium mit dem Programm 2018 aufgezeigten Weg weiterzugehen…Dies erfolgt in Arbeitsgruppen…“

 

Sehr geehrtes Präsidium, zum Programm 2018 wurde auf dem Verbandstag überhaupt nichts entschieden, weil Sie dazu keinen Antrag zum Verbandstag gestellt haben und somit darüber auch zu keinem Zeitpunkt auf dem Verbandstag abgestimmt wurde. Ich hatte immer darauf gewartet, dass das Präsidium das Programm 2018 gegen meine 13 Thesen und Anträge zur Abstimmung bringen würde. Aber weder Sie noch das Präsidium haben einen Antrag zur Zukunft des Golfsports den Mitgliedern zur Abstimmung gestellt.

 

Ich habe über meine inhaltlichen Themen abstimmen lassen:

 

1. Vermarktung von Fernmitgliedschaften über die VcG für die Mitglieder des DGV. Keine Vermarktung eigener Mitgliedschaften durch die VCG.

 

2. Paradigmenwechsel im Golf

Die Marke Golf wird in ihren Kernaussagen in Bezug auf den Markt neu definiert.

 

3. Bestimmung von Zielgruppen, die kurzfristig als Mitglieder gewonnen werden können.

 

4. Erarbeitung von Marketinginstrumenten zur Erreichung eines Mitgliederstandes von 1 Mio Mitglieder innerhalb von 5 Jahren.

 

5. Erarbeitung eines Konzepts zur wirtschaftlichen Stärkung der Golfanlagen.

 

Auf Ihren Vorschlag hin hat die Mehrheit der Versammlung gegen diese Anträge gestimmt. Was war daran auszusetzen? Wo war Ihr Antrag?

 

Sie haben sich nicht getraut, über das Programm 2018 abstimmen zu lassen, weil Sie befürchteten, dass Ihr Antrag nicht durchgeht.

 

Jetzt fälschen Sie einfach den Ablauf des Verbandstages und behaupten, über das Programm 2018 sei „entschieden“ worden. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Solche Methoden erinnern an den ADAC. Aber wenn Sie das so offensichtlich machen, verweigern Sie jeglichen Respekt gegenüber Ihren Mitgliedern. Das konnte ich mir nicht vorstellen.

 

Daher fehlt mir jetzt nicht nur das Vertrauen in Sie, sondern ich hege jetzt ein fundamentales Misstrauen gegen Sie.

 

Im letzten Jahr kam das überprüfbare Protokoll erst Ende Juni heraus. Wenn das jetzt auch so beabsichtigt ist, verstehe ich die dahinter liegende Intention: niemand weiß mehr, was wirklich geschah.

 

 

2. Vortrag Dunkerbeck zur VcG mit manipulierten Zahlen

 

Mein Misstrauen wurde auch gestärkt durch die Zahlenmanipulationen des Vizepräsidenten Dunkerbeck.

 

Nach seiner Ankündigung, ohne eigene Interessen und objektiv vorzutragen, stellte Vizepräsident und Schatzmeister Dunkerbeck drei Szenarien zur VcG vor. Schafft man sie ab, belässt man sie und verteilt das Geld an die Mitglieder oder sieht man die VcG als Händler für die Mitglieder und verteilt das Geld an die Mitglieder, wie von mir gefordert.

 

Er rechnete vor, dass lediglich € 1,6 Mio. an die Mitglieder zur Ausschüttung kämen, der Betrag, den im Augenblick der DGV überwiesen erhält. Geteilt durch 700 Anlagen errechnete er für jede Anlage einen Betrag von € 1.284. Dieser Betrag sei seiner Ansicht nach zu vernachlässigen. Ein Mitglied wies ihn dann darauf hin, dass er sich da um € 1000 pro Anlage verrechnet habe, das seien doch € 2.285, also fast das Doppelte. Erstaunlich bei einem Vizepräsidenten und Schatzmeister, der den 12 Mio.€ – Haushalt am nächsten Tag virtuos vortrug.

 

Nach meinen jetzigen Erfahrungen kann ich nicht ausschließen, dass Herr Dunkerbeck als Vizepräsident bewusst die falsche Zahl mitgeteilt hat. Aber fast genauso schlimm ist sein Verhalten, die Argumente zu verschweigen, die dafür sprechen, die VcG zu unserem Händler umzufunktionieren und meine Berechnung dazu. Er hätte ja sagen können, meine Betrachtung und Berechnung sei Unsinn. Er blendet sie aber ganz aus, weil er sich als Schatzmeister des DGV krampfhaft an die € 1,6, Mio. klammert, die die VcG an den DGV überweist. Meine Darstellung, dass wir über die VcG € 25 Mio. für die Mitglieder generieren können, verschweigt er.

 

Ich rechnete vor, dass wir bereits jetzt schon ca. 100.000 Fernmitglieder haben (VcG-Mitglieder 23.000, andere Fernmitglieder 83.000). Verkaufen wir die Fernmitgliedschaften bei einer Untergrenze von € 300, dann nehmen wir über die VcG € 30 Mio. ein. Die Ausweishändler werden ausgeschaltet. Für ihre Arbeit erhält die VcG € 50 pro vermitteltem Ausweis, was € 5 Mio. ergibt. Derzeit liegt der Umsatz der VcG bei ca. € 4 Mio. Es verbleiben also € 25 Mio. bei den Anlagen. Damit können im Durchschnitt € 35.000 pro Anlage ausgeschüttet werden. Mit diesem Betrag werden wir vor Ort das katastrophale Image des Golfsports ins Positive wenden.

All business is regional.“ Dazu brauchen wir das Geld von der VcG, das jetzt der DGV kassiert. Der DGV hat mit den bisherigen Einnahmen nichts bewirkt. Unser Image ist am Tiefpunkt!

 

Das Geld muss zukünftig auf den Anlagen bleiben.

 

Herr Dunkerbeck erklärt ganz öffentlich, ihm sei die derzeitige VcG lieber als eine Vermarktung über Fernmitgliedschaften, denn über die VcG kassiert er als Schatzmeister zweimal. Ihm sind also € 1,6 Mio. an den DGV lieber als € 25 Mio. an die Mitglieder. Seine Interessen sind eindeutig - aber gegen die der Mitglieder gerichtet.

 

 

3. Selbstkritik: Erwarten wir vom DGV etwas, was er nicht leisten kann?

 

Auf diese Überlegung bin ich auf dem Verbandstag gestoßen, wo wieder aufgezeigt wurde, wie man mit Werbekampagnen - alter Art - zwischen 5 und 15 Mio. € ausgeben kann. Was soll das DGV-Präsidium auch anderes machen, als den vorhandenen üppigen Geldfluss an Werbeagenturen weiterzuleiten? Sicherlich verstehen unsere Präsidiumsmitglieder sehr viel von Verbandsregularien und der Präsentation des Verbandes national und international. Darauf können wir auch stolz sein. Aber wir können vom DGV doch nicht erwarten, dass die Präsidiumsmitglieder und das gesamte 60-köpfige Personal mehr vom unternehmerischen Golfbetrieb verstehen als die besten unserer Mitglieder. Darum habe ich auch dafür plädiert, die besten unserer Mitglieder in Arbeitsgruppen einzubringen - selbst, wenn es etwas kostet -, um im Rahmen von „BestPractice“- Beispielen neue Grundlagen zu erarbeiten und zu einem Paradigmenwechsel zu kommen, zu einem besseren Image als Voraussetzung für mehr Golfspieler.

 

Ich komme zu dem Ergebnis, dass der DGV satzungsgemäß sich um die sportliche Seite des Golfsports kümmern sollte und wir uns vor Ort um die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen und das positive Image.

 

Wir brauchen dann das Geld, das bis jetzt der DGV für Werbung ausgegeben hat. Wir generieren zukünftig über die VcG etwa € 25 Mio. Außerdem werden die Verbandsbeiträge reduziert. Dazu brauchen wir keine Anträge, wie auf der Versammlung gestellt, die eine Kostenreduzierung in der Verbandsspitze um bis zu 50 % vorschlagen. Einfacher ist die Entscheidung: Der Verbandsbeitrag wird auf € 8 reduziert (statt bisher € 15,50). Das ergibt nochmals gut € 5 Mio. für die Mitglieder. Alles andere regelt sich dann von selbst.

 

Im Ergebnis: „All business is regional - all our money is regional.”

 

Und : ”Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.”

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

 

Dr. Josef Hingerl

(Präsident mult.)


Dr. Josef Hingerl, Rechtsanwalt, engagierter Präsident zweier Golfclubs und Geschäftsführer einer Betreibergesellschaft (Bergkramerhof)

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