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Dr. Josef Hingerl

(u.a. Golfanlage Bergkramerhof)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Rundschreiben

 

 

Anträge zum Verbandstag am 12.4.2014 in Frankfurt

 

 

Sehr geehrter Herr Präsident Nothelfer, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

 

mit meinen 65 Jahren bin ich immer noch ein täglich Lernender nach dem Spruch von Samuel Beckett: try and fail; try again, fail again; try again, fail better……..mach bessere Fehler.

 

Ich bin als Insolvenzverwalter auch niemals der bessere Unternehmer. Ich habe nur gelernt, genau hinzuschauen und die Dinge zu benennen und vielleicht einen Hinweis auf eine Richtung zu geben, die eingeschlagen werden muss.

 

Wir brauchen einen starken Golfverband, wirtschaftlich starke Golfanlagen und eine VcG, die für die Golfanlagen arbeitet und nicht für den DGV. Der Ausweishandel Dritter muss unterbunden werden. Die VcG darf keine eigenen Mitgliedschaften vermarkten. Sie hat keinen eigenen Golfplatz.

 

Ich habe aus diesen Gründen meine Anträge umgestellt und das Thema VcG an die erste Stelle gesetzt. Wenn wir es nicht gemeinsam schaffen, über die VcG den gesamten Ausweishandel in den Griff zu bekommen, dann habe ich keine Hoffnung mehr, dass wir die anderen viel größeren Probleme schaffen, wie den Paradigmenwechsel im Golf. Findige Köpfe können leicht durch Einsichtnahme in den Bundesanzeiger jährliche Gewinne der Ausweishändler von mindestens € 10 Mio hochrechnen. Wenn die Mitglieder nicht begreifen, dass wir alleine zig-Mio € über den Handel mit unseren Ausweiskontingenten zusätzlich für unsere Anlagen generieren können, dann ist Hopfen und Malz verloren. Es wird sich auf dem Verbandstag zeigen, ob der DGV, die VcG und die Mehrheit der Mitglieder zumindest zu diesem Minimalkonsens finden, dass die möglichen Erlöse nicht an die Ausweishändler, nicht an die VcG und nicht an den DGV fließen, sondern an uns selbst. Ist dieser Minimalkonsens nicht möglich, dann stelle ich auch den Antrag, dass die VcG ganz abgeschafft wird. Dann habe ich zumindest einen Konkurrenten weniger, der mich mit Dumpingpreisen bekämpft, und das dazu noch ohne eigenen Golfplatz. Mit den viermal größeren Ausweishändlern muss ich mich dann gesondert auseinandersetzen. Wenn wir allerdings zu diesem Minimalkonsens nicht kommen, befürchte auch ich erhebliche Unruhen in der Golfszene, die wir bei unserem schlechten Image nicht brauchen können. Es bleibt dann nichts anderes übrig, als sich an den Bundesverband der Golfanlagen zu wenden und darüber zu versuchen, den Ausweishandel Dritter zu stoppen.

 

Ich möchte diese Szenarien vermeiden, denn wir müssen gemeinsam alle Kräfte bündeln, um den notwendigen Paradigmenwechsel im Golf herbeizuführen.

 

Wie sieht die Situation vor dem Verbandstag aus?

 

Meine Anträge und „Das Programm 2018" des DGV

 

Das jetzt vorliegende „Programm 2018“ hat in einigen Punkten ähnliche Ansätze wie meine Feststellungen und Thesen und die jetzt von mir gestellten Anträge. Bei der VcG sind unsere Vorstellungen wohl konträr. Allerdings habe ich das Gefühl, dass das Programm 2018 eher der Verwässerung von Problemen dient als darum, sie anzupacken. Vermutlich haben da viele Leute mitgewirkt, die auch zukünftig Aufträge haben wollen. Ich lese, mit „mehreren Service-Agenturen“ erarbeitet der DGV „derzeit“ eine Imagekampagne. „Erste Entwürfe“ werden auf dem Verbandstag vorgestellt. Die Mitglieder sollen erst am Verbandstag irgendetwas erfahren und damit überrascht werden. Leute, die wir erst am Verbandstag kennenlernen, legen „Entwürfe einer Imagekampagne vor“. Ich bin nicht in der Lage, am Verbandstag in kürzester Zeit die vom DGV beauftragten Werbefachleute und deren Ergebnisse zu beurteilen. Selbst als Anwalt lasse ich mir einen notariellen Vertrag 14 Tage vor dem Beurkundungstermin im Entwurf zuschicken, weil ich beim Vorlesen des Notars nicht sofort in der Lage bin, juristisch alles zu überblicken. Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Kompetenz bei der Sichtung und Lösung der Probleme in erster Linie auf den Golfanlagen selbst zu finden ist und nicht bei irgendwelchen Werbefachleuten, die wir noch nicht einmal kennen. Ich vermute auch, dass man in der Vergangenheit viele Werbefachleute eingesetzt hat (zu hohen Kosten), ohne dass größere Effekte sichtbar wurden. Zudem habe ich die Befürchtung, dass das, was jetzt mit „Programm 2018“ vorgelegt wird, ein eher akademischer und blutleerer Schnellschuss ist und dass ohne unsere Kontrolle und Mitwirkung wieder nicht das Richtige bewegt wird, das wir noch herausarbeiten müssen nach den vielen wertvollen Umfragen, die jetzt vorliegen.

 

Zu Ihrem DGV-Rundschreiben, in dem „Das Programm 2018“ angekündigt wird, möchte ich gerne einige Anmerkungen vornehmen:

 

Vision : „Alle sportbegeisterten Menschen sollen die Faszination des Golfsports erleben.“

 

Sie und Ihre „Service-Agenturen“ wenden sich bei der Suche nach neuen Mitgliedern und bei der Überwindung des schlechten Images von Golf in der Bevölkerung allein an „alle sportbegeisterten Menschen“. Sie schreiben selbst, dass 54 % der Nichtgolfer eine negative Meinung über den Golfsport haben, nur 14 % haben eine positive Einstellung zur Sportart Golf. Sie schreiben weiter:

 

52 % der Bevölkerung treiben keinen oder selten Sport und bezeichnen sich in einer aktuellen Studie als ´Antisportler´ oder ´Sportmuffel´ .“

 

Wollen Sie diese 52% Nichtgolfer bei der Suche nach neuen Mitgliedern ausklammern? Wie viele „Antisportler“ haben wir auf unseren Anlagen schon gesehen!? Es ist unglaublich, welche Freude und welchen Spaß dieseAntisportler“, die ich bei mir auf den Anlagen sehe, doch haben.

 

Ich schrieb Ihnen, dass wir die größten Chancen bei der Gewinnung neuer Mitglieder zumindest kurzfristig bei der Generation 50+ haben. Da finde ich - zumindest auf meinen Plätzen- relativ wenige „sportbegeisterte Menschen“, sondern vielmehr interessante Mitbürger, die im zunehmenden Alter immer mehr Bewegung brauchen, die Natur lieben, Spaß haben, Freunde finden und den Golfplatz als ihre Heimat ansehen. Das ist nicht nur Vision, sondern bereits Realität! Ihre eigene Umfrage bestätigt auch noch, dass die entscheidende Zunahme mit 15 % bei der Altersgruppe zwischen 51 und 55 liegt. Da ist es unverständlich, dass Sie die Suche auf „sportbegeisterte Nichtgolfer“ einengen. Das ist maximal ein Drittel der Bevölkerung. Und wir wissen doch, dass sportbegeistert im echten Sinne des Wortes auf unseren Anlagen auch nur maximal 10-20 % der Golfer sind. Warum also diese unnötige Einengung unserer Zielgruppe?

 

Und dann redet ihre „Vision“ von der „Faszination des Golfsports“. Diese Diktion bedient geradezu die Vorurteile in der Bevölkerung, die wir abbauen müssen. Am Rosenmontag gab es auf einer meiner Anlagen ein ganztägiges Brainstorming mit allen Abteilungsleitern zum Thema: Wie kann das schlechte Image abgebaut werden? Ihre „Vision“ wurde geradezu als Satire auf unsere schwierige Lage angesehen. Verstehen Sie mich bitte richtig. Mir geht es mit dieser Schilderung nicht darum, die Verantwortlichen des DGV anzugreifen, denn dazu haben wir auf dem Verbandstag keine Zeit. Wir müssen gemeinsam das Ruder herumreißen. Ihre „Vision“ lässt nur den Schluss zu, dass IhreService-Agenturen“ eher praxisfremd agieren. Das wiederum zeigt, dass die Kompetenz letztendlich, zumindest im Augenblick, nur auf den Golfanlagen zu finden ist.

 

Sie betonen weiter in Ihrer „Vision“ den „Golfsport“. Ihre ständige Proklamation des „Sports“ betrifft 10 % der Golfspieler und bei den neu zu findenden Mitgliedern ist es doch nicht anders. Unsere Gedanken am Rosenmontag kreisten eher um die Vorstellung:

 

Golfen ist die schönste und gesündeste Freizeitbeschäftigung der Welt, in der Natur, im Spiel und Spaß mit Freunden oder der Familie, LebensQualität, Lebenselexier etc. Alle Regeln sind von Fairness geprägt und daher für mich ein gesellschaftliches Vorbild!

 

Das soll nur die Richtung anzeigen. Ihre Faszination Golf wird es bei olympischen Spielen oder beim Ryder Cup geben. Das wird uns aber keine neuen Mitglieder bringen. Beim Solheimcup sponsert die VcG € 350.000. Das bringt den Anlagen kein besseres Image und keine neuen Mitglieder. Schon 2007 hat der DGV nach den Protagonisten Graf, Becker und Stich im Golfsport gerufen. Diese herzerfrischenden Sportler waren aber auch nur Strohfeuer für den Tennissport. Ich sehe das hier vor meiner Haustüre, wo die Mitgliedszahlen im Tennis seit langem dramatisch sinken. Schauen Sie sich heute diese traurige Tennisszene an. Es war und ist absolut falsch, auf diese – immer nur kurzfristige- Faszination zu setzen und dabei viel Geld ausgeben.

Wir müssen uns auf das besinnen, was wir tatsächlich verkaufen.

 

Besinnen wir uns auf die wirklichen Werte des Golfens:

Naturschönheit, Bewegung und Gesundheit, Geselligkeit, Spiel, Spaß, Freude mit Freunden - und das alles ist keine „Faszination Golf“, sondern Lebensqualität und Lebenselexier.

 

Diese Werte sind auf Dauer angelegt und nicht abhängig davon, ob irgendwelche Sportgrößen irgendwann einmal ganz oben auf dem Podest stehen. Besinnen wir uns endlich auf uns selbst, vor Ort!

 

Bevor wir unkontrolliert und ohne gemeinsame Zielsetzung wieder riesige Beträge über den DGV oder die VcG einsetzen, fordere ich eine Denkpause von nur wenigen Monaten, in der etwa 20 von uns bestimmte Mitglieder sich grundlegende Gedanken über unsere Zukunft machen, das heißt die Zukunft von Golf in Deutschland und der Golfanlagen. Für dieses Brainstorming von einem halben Jahr investieren wir ca € 300.000 nach meinem Vorschlag. Dann können wir eher wissen, wohin sich Golf in Deutschland entwickeln wird.

 

Verniedlichung der ernsten Lage durch Beschönigung der Zahlen

 

Für den DGV befinden wir uns immer noch in der Erfolgsphase, denn erstzukünftig“ nähern wir uns nach der Ansicht des DGV der „schwieriger werdenden Golfentwicklung“. Mir ging nie in den Kopf, warum der DGV immer noch von positiven Zahlen redet, wo doch schon seit fast 10 Jahren die negative wirtschaftliche Entwicklung auf den Golfanlagen sichtbar ist und von Sachverständigen auch beschrieben wurde.

 

Dazu gibt es für mich nur eine Erklärung: Der DGV hat eine ganz andere Sichtweise als seine Mitglieder. Der Verband sitzt in Wiesbaden und sieht immer noch die anwachsenden Mitgliederzahlen. Er sieht seine Einnahmen immer noch steigen, denn der Beitrag ist ja gleich geblieben pro Mitglied. Und da gibt es auch keinen Unterschied, ob Nahmitglied, Fernmitglied oder VcG- Mitglied. Es ist immer noch eine Erfolgsstory – für den DGV jedenfalls. Auf unseren Anlagen haben wir aber davon nichts. Unsere Realität sieht, ohne die ständig sprudelnden Einnahmen, anders aus. Wie sagte der frühere Präsident Jan Brügelmann bei seiner Verabschiedung:

 

Ein Verband lebt zwar von seinen Mitgliedern, doch in erster Linie existiert er für sie.“

 

Wie wollen wir zu einem gemeinsamen Handel von Mitgliedern und Verband kommen und wie beginnen wir damit am Verbandstag?

 

Wie beurteile ich die 5 Bausteine, die der DGV uns vorschlägt?

 

Baustein 1: Ein verbessertes Golfimage

Das erscheint zunächst deckungsgleich mit meiner Vorstellung nach einem „Paradigmenwechsel im Golf“ zu sein. Ich fordere Konkret: „Die Marke Golf wird in ihrer Kernaussage in Bezug auf den Markt definiert.“ Mein Ansatz einer Definition von Golf ist aber absolut konträr zu einer Vision von „Faszination Golf“ beim DGV.

 

Ich möchte das negative Golfimage bei nur 14% positiver Bewertung des Golfsports durch Nichtgolfer nicht nur verbessern, sondern radikal ändern.

 

Da die Vision des DGV hier völlig neben den Erfordernissen liegt, sollten die vom DGV bereits eingeschalteten „Service-Agenturen“ zumindest nicht ohne unsere Zustimmung Aufträge erhalten. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Beauftragung im Rahmen der von mir vorgeschlagenen Arbeitsgruppen als externe Beauftragte möglich ist, ausgewählt aber nicht vom DGV, sondern von den Arbeitsgruppen.

 

Baustein 2: Eine gezieltere Golfergewinnung und Golferbindung

Das brauchen wir. Aber die „Vision“ des DGV mit seinen „Service- Agenturen“ zeigt auch hier, dass er sich nur auf „sportbegeisterte Menschen“ konzentrieren will. Dieser Ansatz ist falsch. Das ist viel zu kurz gesprungen.

Auch hier sind meine Arbeitsgruppen 2 und 3 vorzuziehen.

 

Baustein 3: Ein gestärktes Management vor Ort

Ich finde es gut, dass sich der DGV hier über Seminarangebote und

Beratungen engagiert. Ich würde hier zustimmen.

 

Baustein 4: Anpassung von Verbandsservices und –regularien

Dem kann ich nur zustimmen. Das ist ein Thema, das wir auf den Anlagen nicht bewältigen können. Der Golfsport ist in seinen Regularien ziemlich starr und teilweise völlig unverständlich. Hier müssen geschmeidigere Formen gefunden werden, auf internationaler Ebene, vielleicht sogar zusammen mit den doch sehr phantasiebegabten österreichischen Kollegen.

 

Baustein 5: Integration nicht clubgebundenen Golfs

Das ist zu undefiniert. Hier wird letztendlich der Anschein erweckt, die VcG soll für den DGV gerettet werden. Ursprünglich war die VcG selbstständig verantwortlich in der Mittelverwendung zugunsten unserer Anlagen. Jetzt muss sie die Überschüsse an den DGV abliefern. Die Überschüsse brauchen aber die Mitglieder und nicht der DGV. Der Betrag von € 350.000 für den Solheimcup ist schon ausgegeben. Das sollte aber das letzte Sponsering dieser Art durch die VcG sein, ohne dass die Mitglieder hierüber bestimmen.

 

Hier sind meine beiden Anträge 4 und 5 vorzuziehen. Der Ausweishandel Dritter muss beendet werden. Wir müssen jeglichen Handel mit Mitgliedschaften, der doch nur wegen unseren Anlagen möglich ist, in die Hand nehmen. Die VcG muss unser Ausweishändler für Fernmitgliedschaften werden. Die Gewinne müssen zu den Anlagen fließen. Bei ca 100.000 Fernmitgliedern und VcG-Mitgliedern reden wir über ein Volumen von ca € 30 Mio. Dabei gehe ich davon aus, dass wir die Untergrenze des Betrages für eine Fernmitgliedschaft bei € 300 ziehen können, wenn wir zusammen halten. Etwa € 5 Mio können dabei bei der VcG für die Verwaltung verbleiben. Ca € 25 Mio gehen zu den Anlagen. Bei ca 700 Anlagen sind das im durchschnittlich ca € 35.000 pro Anlage. Damit können bei uns effektive Kampagnen initiiert werden, selbstverständlich unter Beratung des DGV. „All Business is regional“, wie am 16.11.2013 der vom DGV in München präsentierte Sachverständige Dr. Billion sagte.

 

Die derzeitigen ca 100.000 Fernmitglieder sind nur der Beginn. Es sind nach den vorliegenden Untersuchungen doch noch ca 600.000 Golf- interessierte unterwegs. Hier gibt es viel anzupacken! Die VcG ist in der Lage, dieses Feld erfolgreich zu bearbeiten, insbesondere dann, wenn wir die derzeitigen Ausweishändler ausgeschaltet haben.

 

Im Grunde haben die Ausweishändler die VcG längst überholt. Sie vermarkten ein Ausweisvolumen, das mindestens dreimal so groß ist wie die 22.000 Mitglieder der VcG. Wie lange lassen wir uns noch von Ausweishändlern, die nur einen Computer brauchen und keine Golfanlage, die Butter vom Brot nehmen? Und wie ich erfahren habe, werden die Schwächsten unter uns mit immer niedrigeren Angeboten ausgebootet. Ich verstehe nicht, wie hier der Verband und die VcG zusehen, wie den Mitgliedern die Millionen aus der Tasche gezogen werden. Ich hoffe, dass wir am Verbandstag den Grundstein dazu legen, dass das beendet wird.

 

Natürlich können wir am Verbandstag nicht die Statuten der VcG ändern. Die VcG ist so kunstvoll von den Akteuren des DGV gestrickt, dass wir Mitglieder allein gar nichts machen können. Aber wenn wir zusammen stehen und nur 20 % der Golfanlagen die VcG-Mitglieder nicht mehr auf unseren Anlagen spielen lassen, geht die VcG zugrunde. Das ist nur ein kleiner Hinweis darauf, wo letztendlich und zu Recht die Macht liegt, wenn man sie zum Wohle der Mitglieder ausüben will.

 

 

Procedere auf dem Verbandstag

 

 

Sehr geehrter Herr Präsident und Kollege Nothelfer,

 

ich bitte Sie darum, dass wir schon im Vorfeld unsere Anträge abstimmen, damit nicht auf dem Verbandstag ein großer Teil der Zeit auf formale Fragen und Diskussionen verwendet wird. Das würde unserer gemeinsamen Sache nur schaden. Zudem sollten die Tagesordnungspunkte 7. und 8. Nach Ihrem Bericht abgehandelt werden.

 

Ich selbst stehe für die Arbeit in den einzelnen Arbeitskreisen nicht zur Verfügung; gerne würde ich aber den Part übernehmen, mit dem DGV zusammen die Arbeit der Gruppen zu koordinieren und die Mitglieder zu informieren.

 

 

Mit den besten sportlichen und kollegialen Grüßen

 

Ihr

 

Dr. Josef Hingerl

 

 

Anträge zum DGV- Verbandstag am 12.4.2014

 

 

Zur Änderung der Tagesordnung stelle ich den

 

Geschäftsordnungsantrag,

 

die Tagesordnungspunkte 7. „Golfentwicklung“ und 8. „Anträge“ nach dem

Tagesordnungspunkt 3. abzuhandeln.

 

Begründung: Frühere Teilnehmer berichteten davon, dass die Aufmerksamkeit im Laufe des Tages eher nachlässt. Die Golfentwicklung in Deutschland erfordert aber unsere volle Aufmerksamkeit, die am Vormittag am ehesten noch gewährleistet ist. Zudem dürften die Mitglieder am Vormittag noch vollständig anwesend sein.

 

Zudem stelle ich folgende

 

Anträge:

 

Unter der Koordination des DGV werden Arbeitsgruppen zu folgenden Themen gebildet:

 

1. Vermarktung von Fernmitgliedschaften über die VcG für die Mitglieder des DGV. Keine Vermarktung eigener Mitgliedschaften durch die VCG.

 

Hilfsantrag für den Fall, dass dieser Antrag keine Mehrheit findet:

 

Der DGV wird beauftragt, einen Vorschlag auf der nächsten

Verbandsversammlung zu unterbreiten, wie die VcG aufgelöst werden kann.

 

Begründung:

Hauptantrag

Die VcG hat keinen eigenen Platz und der DGV hat keinen eigenen Platz. Der DGV ist ein Verband und ist für seine Mitglieder da. Er erhält für seine Verbandsaufgaben Beiträge. Die von der VcG überwiesenen Gewinne sind dort funktional schon an der falschen Stelle. Sie müssen den Mitgliedern direkt zu Gute kommen, wie es ursprünglich auch vorgesehen war. Die von der VcG erwirtschafteten Jahresgewinne sollten für Aktivitäten mit einer neuen Strategie genutzt werden.

 

Wir brauchen neben clubfreien Golfern, die sowieso auf 376 öffentlichen

Plätzen spielen können, nicht noch eine Kategorie organisierter clubfreier Golfer. Dass die Zielsetzung der VcG, Wenigspieler aufzunehmen, nicht funktioniert hat, zeigt doch auch die Tatsache, dass es ca 70.000 Fernmitglieder gibt, die zu ähnlichen Konditionen wie die von der VcG über gewerbliche Ausweishändler unvorteilhaft für die Golfanlagen vermarktet werden. Hier werden schwache Anlagen von Ausweishändlern geradezu mit immer niedrigeren Angeboten ausgebeutet. Dabei kann jeder im Kopf hochrechnen, dass die Gewinne der Ausweishändler pro Jahr bei mindestens € 10 Mio liegen müssen. Im Bundesanzeiger ist da einiges nachzulesen.

 

Die Wenigspieler sind übrigens lieber in Clubs als in der VcG. Dann sollen sie doch alle zu uns Mitgliedern kommen.

 

Die VcG übernimmt nunmehr als Ausweishändler den gesamten Markt zu den von uns bestimmten Konditionen. Der Erlös gehört nur den Golfanlagen.

 

Die VcG bleibt als Gebilde für die Golfanlagen erhalten. Zu den Anlagen müssen die Erlöse aus den Fernmitgliedschaften fließen!

 

Die VcG kann sich über Provisionen finanzieren, die wir Mitglieder ihr gewähren. Käme man auf ca 100.000 durch die VcG vermarktete Fernmitglieder, wären das bei einer Provision von € 50 pro vermitteltes Mitglied schon € 5 Mio, also mehr, als die VcG mit ihrem derzeitigen Billigangeboten mit ca 22.000 Mitgliedern (ca € 4 Mio) einnimmt. Wie die Schätzungen des DGV (so zumindest auf der Münchener Veranstaltung) aussehen, gibt es jetzt schon ca 70.000 Fernmitglieder; dazu noch die 22.000 Mitglieder der VcG, dann fehlen nicht mehr viel zu den 100.000 angepeilten Fernmitgliedern.

 

Wenn wir dann noch die Untergrenze für eine Fernmitgliedschaft bei € 300 einziehen, verbleibt beim Club ein Betrag von € 250 und nicht wie jetzt infolge des Zwischenhandels der computergestützten Ausweishändler von nur ca € 50 oder sogar weniger. Wir reden hier von einer Differenz von € 200 (Beiträge schon abgezogen) mal 100.000 Fernmitglieder, also über zusätzliche € 20 Mio für unsere Anlagen.

Worauf warten wir eigentlich noch?

 

Es ist klar, dass nach dieser Grundsatzentscheidung der Teufel im Detail liegen wird. Wie werden die so generierten Millionen verteilt? Am besten solidarisch. Diejenigen, die viele Nahmitglieder haben (Vollzahler), erhalten weniger, die mit wenigen Nahmitgliedern dann eben mehr. Die Arbeitsgruppe soll hier einen fairen Vorschlag erarbeiten. Im Augenblick zeigt sich, dass auch namhaftere Clubs Fernmitgliedschaften zu höheren Preisen absetzen. Ich verkaufe am Bergkramerhof täglich Fernmitgliedschaften zu € 349 bei vollem Spielrecht. (Das Fernmitglied muss mindestens 200 km vom Bergkramerhof entfernt wohnen).

 

Hilfsantrag:

Wenn es nicht gelingt, die VcG zu unserem eigenen Ausweishändler umzufunktionieren, dann hat die VcG keine Existenzberechtigung mehr. Ein Ausweishandel ohne Golfplatz ist zu unterbinden. Wir brauchen keinen Wettbewerber im eigenen Haus und das noch ohne Golfplatz.

Wir haben keinen Einfluss auf großzügige Spenden wie € 350.000 für den

Solheimcup etc.

 

Wenn die Liquidation der VcG nicht auf ordentlichem Wege möglich ist, muss die VcG im Wettbewerb eliminiert werden. Das wäre z.B. über den Aufbau einer Vermarktung durch den BVGA möglich, der sich bei verschiedenen Golfthemen schon bewährt hat, z.B. bei der Gründung der Vereinigung „Hotels auf dem Golfplatz“. Das würde allerdings zu einem Gegeneinander in der Golfszene führen, was unbedingt vermieden werden sollte.

 

 

2. Paradigmenwechsel im Golf

Die Marke Golf wird in ihren Kernaussagen in Bezug auf den Markt neu definiert.

 

Begründung:

Das Image der Golfer ist bei Nichtgolfern nicht so, dass Mitgliedschaften in einem positiven Umfeld vermarktet werden könnten. Es geht hier darum, das Golfen neu zu definieren und dem heutigen Zeitgeist anzupassen und bestehende Vorurteile abzubauen. DGV und Mitglieder müssen diese Aufgabe gemeinsam bewältigen, wobei die Hauptarbeit vor Ort bei den Mitgliedern liegen wird. Daher sind auch die finanziellen Mittel in erster Linie vor Ort zur Verfügung zu stellen.

 

Nur beispielhaft und ohne jegliche Bindung der Arbeitsgruppe könnten folgende Themen von Bedeutung sein:

 

  • Golf ist die schönste Freizeitbeschäftigung der Welt in der Natur und mit

gleichgesinnten Menschen

  • Golf als Sport und Lebenselexier

  • Golf ist in allen seinen Regeln Inbegriff der Fairness (gesellschaftliche

Wirkung); es gibt kein besseres gesellschaftliches Vorbild im Sport

  • Golf in allen Lebensphasen, vom Kind bis ins hohe Alter

  • Golf und Gesundheit

  • Golf und Umwelt – Golfer sind zwischenzeitlich wohl die größten

Naturschützer

  • Golf als Kommunikationsplattform für die mittelständische Wirtschaft

  • Golf und Kultur, soziokultureller Raum

  • Golf als Ganzjahresbetrieb

  • Golf und Emotionalität (Spaß und Freude am Golfen und mit den Golfern)

 

 

Die Umfrage des DGV zeigt, dass nur 27 % der befragten Nichtgolfer sich vorstellen können, dass Golfen Spaß macht. Was haben wir hier bisher falsch gemacht? Denn 75 % derjenigen, die das Golfen ausprobiert haben, haben ihre Meinung diesbezüglich geändert!

 

 

3. Bestimmung von Zielgruppen, die kurzfristig als Mitglieder gewonnen werden können.

 

Begründung: Neben einer langfristigen Entwicklung brauchen die Golfanlagen eine kurzfristige Entlastung. Beispielhaft sind folgende Schwerpunkte denkbar:

 

- Menschen vor oder nach dem Ruhestand (siehe die überproportionale derzeitige Zunahme in diesem Altersbereich. Von 2011 zu 2012 bei den 50-55-jährigen insgesamt 15 %- ohne dass es dazu besondere Werbeaktionen gegeben hätte!)

- Aktive Kontakte zu anderen Sportarten. Wir wissen, dass Fußballer und Tennisspieler gerne in fortgeschrittenem Alter zu uns kommen. Jetzt haben sich sogar die Rodlerolympioniken geoutet, dass sie Golfer sind. Die DGV-Umfrage zeigt, dass ca 54 % der Nichtgolfer eine negative Meinung über den Golfsport haben, wobei die Golfanlagen selbst als Hürde erscheinen. Da ist ohne allzu viel Geld viel von uns selbst zu bewirken. Mit Promis allein, die wir alle pflegen, werden wir da nicht besonders weit kommen.

- Wo sind die Frauen?

Die Frauen sind auf dem Golfplatz unterrepräsentiert. Bringen wir mehr Frauen auf den Golfplatz, so kommen wohl auch mehr Männer?!

 

 

4. Erarbeitung von Marketinginstrumenten zur Erreichung eines

Mitgliederstandes von 1 Mio Mitglieder innerhalb von 5 Jahren.

 

Begründung:

Dieses Ziel hatte man 2006 schon einmal anvisiert. Es wurde weit verfehlt. Wir haben heute neue Erkenntnisse und zwischenzeitlich auch durch Not einen entsprechenden Rückenwind, ernsthafter als bisher dieses Ziel anzugehen.

Beispielhaft könnte man folgende Themen nennen:

 

- Fernsehwerbung

- Aktionen auf den Golfanlagen vor Ort

- Kundenbindungssysteme

 

Eine Fernsehwerbung ist aber erst dann sinnvoll, wenn wir wissen, wie unser Produkt „Golf“ aussieht. Denn sonst macht irgendjemand den Werbespott und die Mehrheit jammert dann im Nachhinein, dass das nun doch wieder nicht das Richtige war.

 

Die Produktion eines Filmes dürfte problematisch sein. Er kostet viel Geld und: Wer soll ihn wann sehen?

 

Im Golfmanager 3/13 schreibt Markus Lawatsch, unsere Aufgabe sei es nicht, eine Meinungsbildung zu Golf in der Öffentlichkeit herbeizuführen, sondern vielmehr eine bereits bestehende negative Meinung umzudrehen. Dies bedeutet, „ dass wir ein falsches Image nur auf einer Golfanlage ändern können und für das notwendige positive Erlebnis beim Schnuppern nicht klassische Werbemaßnahmen, sondern glaubwürdige Botschafter benötigen.“ Die haben wir auf unseren Anlagen.

 

5. Erarbeitung eines Konzepts zur wirtschaftlichen Stärkung der

Golfanlagen

 

Begründung:

Wir investieren alle viel Geld in unsere Golfplätze. Es darf niemanden geben, auch nicht die VcG, der sich unserer Golfplätze bedient und nur mit einer Investition in einen Computer zu unseren Lasten Gewinne macht. Jede einzelne Mitgliedschaft, ob Nahmitgliedschaft oder wie hier die Fernmitgliedschaft, muss den Golfanlagen direkt zu Gute kommen. Es ist nicht ersichtlich, dass der DGV oder die VcG mit den über unsere Anlagen erwirtschafteten Gewinnen besser umgehen können als wir

Anlagenbetreiber selbst.

 

Dem DGV stehen für seine Aufgaben genügend eigene Mittel zur Verfügung. Seit dem Jahre 2007 erhält er jetzt noch zusätzlich die Gewinne, die die VcG erwirtschaftet. Dieses Geld brauchen die Anlagen, die wirtschaftlich gestärkt werden müssen.

 

 

6. Bildung von Arbeitsgruppen mit jeweils 4 Mitgliedern.

 

Die Abstimmungsthemen 2,3 und 4 können zu einer Arbeitsgruppe zusammengefasst werden. Damit gibt es lediglich 3 Arbeitsgruppen, nämlich aus den Anträgen 1 und 5 jeweils eine Arbeitsgruppe sowie zusammen aus den Anträgen 2,3und 4 eine Gruppe.

 

Ein Mitglied in der Arbeitsgruppe stellt der DGV, der die Gruppenarbeit und die Gruppen untereinander koordiniert.

Je ein Mitglied soll von einem e.V. und einer Betreibergesellschaft

kommen.

Das vierte Mitglied soll ein externer Fachmann sein.

 

Dem DGV wird im Bereich der Koordinierung der Gruppen ein weiteres Mitglied beigestellt, das eine Kontroll- und Berichtsfunktion hat.

 

Begründung:

Es sollen die verschiedensten Interessen und Kompetenzen zusammenkommen. Die Mitgliedszahl vier wurde deshalb gewählt, damit nicht vorschnell eine Majorisierung bei der Meinungsbildung erfolgt. Besteht ein Patt, müssen alle um eine Mehrheit ringen. Geht es 3:1 aus, dann haben wir wenigstens eine klare Mehrheit und der Unterlegene kann ein Minderheitenvotum vorstellen.

 

Da die Koordination der Gruppen für den Erfolg der Arbeitsgruppen sehr wichtig ist, muss ein Mitglied in Kontroll- und Berichtsfunktion beigestellt werden. So sind die Mitglieder nicht nur von der Informationshoheit des DGV abhängig.

 

 

7. Finanzielle Ausstattung der Arbeitsgruppen.

 

Jede Arbeitsgruppe wird mit einem im Rahmen der Aufgabenstellung frei verwendbaren Betrag von € 50.000 zzgl MWst ausgestattet. Darin sind alle Kosten enthalten, die für die Arbeit der Mitglieder und Externer, die gegebenenfalls zu beauftragen sind, aufgewendet werden müssen. Die Verteilung des Betrages erfolgt in eigener Verantwortung der Arbeitsgruppen.

 

Für das Mitglied mit Kontroll- und Berichtsfunktion soll die Hälfte des Betrages einer Arbeitsgruppe aufgewendet werden.

 

Begründung:

Wir müssen darauf vertrauen, dass die von uns bestimmten Mitglieder verantwortungsvoll mit diesem Betrag umgehen. Das haben wir auch im Hinblick auf die zig-Mio € getan, die DGV und VcG bisher verarbeitet haben.

 

Das Mitglied mit Berichts- und Kontrollfunktion wird einen erhöhten Aufwand dadurch haben, dass es bei den Eingangssitzungen und Endsitzungen der Arbeitsgruppen zugegen ist.

 

 

8. Die Arbeitsgruppen stellen am Anfang ihrer Arbeit und an deren Ende Zielsetzung und Ergebnisse in einem gemeinsamen eintägigen Workshop intern und dem DGV gegenüber vor.

 

 

9. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden auf einem außerordentlichen Verbandstag im November 2014 zur Entscheidung vorgelegt.

 

 

Wolfratshausen, den 10.03.2014

 

 

Dr. Josef Hingerl

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