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Fred König

(9/2021)

 

Optimistisch bleiben!

 

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ – die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Unser Leben wurde in der letzten Zeit in sämtlichen Bereichen sehr verändert. Viele Beschränkungen und Verbote, wirtschaftliche Probleme, deren Folgen derzeit noch gar nicht abschätzbar sind. Vielleicht hilft beim gegenwärtigen Stand der Dinge tatsächlich nur eines: optimistisch bleiben, positiv denken.

 

Der Name Corona war für mich eigentlich immer mit positiven Dingen verbunden. Nach dem Studium kaufte ich eine kleine und billige Schrottkiste, die sich als unverwüstlich herausstellte: ein Corona-Modell von Toyota. Meine erste elektrische Schreibmaschine war eine – richtig: Corona. Bei einer Reise durch Mexico hat dort ein Getränk den Durst besonders gut und meist nicht zu knapp gelöscht: das Corona-Bier. Während eines Besuchs im Aachener Münster entdeckte ich einmal eher zufällig eine Grabplatte mit dem Namen einer bekannten Schutzheiligen: Corona. Sie hat am 14. Mai Namenstag und sollte angeblich auch vor Seuchen schützen.

Und nun ist der Name irgendwie verbrannt.

 

Das plötzliche Herunterfahren unserer Lebensgewohnheiten, „Social Distancing“, Ausgangsbeschränkungen und anderes mehr – das waren zweifellos richtige Schritte, um Covid-19 einigermaßen in den Griff zu bekommen. Hinzu kommt, dass unser Gesundheitssystem zu den besten der Welt zählt und sicher dazu beigetragen hat, die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig niedrig zu halten. Maskenpflicht? Die einen sagen so und halten sich vernünftig an die Vorgaben – die anderen, wie beispielsweise so ein kleiner Verschwörungs-Sänger aus Mannheim, sagen so: „Also diese Dinger hier, die sind für'n Arsch“ (Quelle: Mannheim24). Tja Junge, deine Theorien und Gesänge auch … aber das ist eine andere, wirklich unwichtige Geschichte.

 

Ein wenig irritiert war ich schon, wenn beim „Spaziergang ohne Ball und Schläger“ im Park unzählige Jogger ohne Masken im Meterabstand an mir vorbeihächelten. Zunächst schien mir auch die späte und in den Bundesländern recht unterschiedlich angesetzte Öffnung der Golfplätze etwas unverständlich zu sein. Der Golfsport ist, medizinisch nachgewiesen, ein sehr gesunder Sport, man hält zudem eine Menge Abstand zu den Flightpartnern. Supermarkt geht anders.

 

Aber man muss auch wissen und akzeptieren, dass Golf in der Mehrheit der deutschen Bevölkerung mangels Tradition kein besonders hohes Ansehen genießt und immer noch als elitärer Minderheitensport für reiche alte Männer in karrierten Hosen gilt. So ist auch zu erklären, dass in den deutschen TV- und Print-Medien nur in größter Kargheit über Golf berichtet wird. Der Stadtmarathon von Köln, bei dem man im TV über Stunden stramme Waden über den Asphalt laufen sieht, ist da schon von einem anderen Medien-Kaliber. Übrigens auch das Synchronschwimmen – es gibt offenbar Millionen von Freizeit-Synchronschwimmern in Deutschland.

 

Bei meiner ersten deutschen Golfrunde in diesem Jahr gab es diverse Vorschriften. Abstand halten natürlich (wie auch sonst üblich auf einem Golfplatz), keine Küsserei am Tee 1, kein Tätscheln der nicht zum Haushalt gehörenden Flightpartnerin nach einem großartigen Schlag oder Putt, keine Umarmungen am Ende der Runde, außer mit der Lebenspartnerin – und dazwischen: der Fahnenstock im Loch durfte nicht berührt werden, es lagen auch keine Rechen in den Bunkern, wegen Ansteckung und so. Letzteres kam denen entgegen, die nach einem Bunkerschlag die Dinger ohnehin von jeher ignorierten.

 

Nach der ungewohnten knutsch- und tätschelfreien Runde dann die Einkehr im Gartenteil des Clubhausrestaurants: Eintrag von Name und Adresse in eine Gästeliste, Bestellung mit Maske am Tresen, Getränke musste man selbst mitnehmen, das Essen wurde an den Tisch gebracht – und wissen Sie was: Es war ein wunderbar entspannter Golftag.

 

Wieder zu Hause und ein Griff in den Humidor. Darin liegt unter anderem meine Lieblingszigarre, die Romeo y Julieta Cedros N°2 De Luxe. Sie ist in der Regel 16,67 Millimeter dick, rund 142 Millimeter lang und gehört zum wohl gängigsten und populärsten Zigarrenformat. Dessen Name: Corona.

 

 

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