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DGV-Verbandstag 2014 (Foto: DGV/Herlich)

 

DGV-Verbandstag 2014

 

Beschluss zum Beschließen von beschlussfähigen Vorlagen?

 

Da im Vorfeld des diesjährigen Verbandstages ja bekanntermaßen diverse Anträge gestellt wurden, durfte man auf eine „Bewegung“ seitens des Verbandes und damit auf Neuigkeiten hoffen. Hauptpunkte der Veranstaltung (neben den üblichen Ehrungen der „Bundessieger Zukunft Jugend“ und der Golf-Zertifizierungen des DGV-Umweltprogramms „Golf&Natur“):

 

  • das inzwischen sattsam bekannte DGV-„Programm 2018“ (gut Ding will bekanntlich Weile haben)

  • die Rolle des erfolgreichen Mitgliedskarten-Händlers Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG)

  • die unselige Ausweiskennzeichnung (erst jüngst in einem schwedischen Golfclub vergeblich zu erklären versucht und dabei nachsichtiges Schmunzeln geerntet)

  • eine mögliche bundesweite Imagekampagne (unser Titelvorschlag: „Golf ist gar nicht so – es ist ganz anders“)

  • der Einsatz von Arbeitsgruppen mit internen und externen Mitgliedern (tatsächlich etwas Neues)

 

Beschlossen wurde freilich nichts. Besser gesagt: fast nichts. Doch immerhin gab es einen Beschluss, bis zum außerordentlichen Verbandstag Ende des Jahres beschlussfähige Vorlagen zu erarbeiten. Und so las sich dann die DGV-Pressemitteilung:

 

Verbandstag mit großer Beteiligung

Programm 2018 auf den Weg gebracht

 

Wiesbaden, 14. April 2014. Der 95. Ordentliche Verbandstag des Deutschen Golf Verbandes (DGV) am Samstag, den 12. April 2014 in Frankfurt am Main, stand ganz im Zeichen des Programms 2018. Der Initiativvorschlag des Präsidiums des DGV wurde den DGV-Mitgliedern vorgestellt und intensiv diskutiert. Im größten Hotel-Tagungssaal in der Mainmetropole, im Marriott Hotel, waren insgesamt 813 von 1548 Stimmen vertreten.

 

Als Ehrengast begrüßten die Delegierten den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, der sich mit einem Grußwort an die Vertreter der Golfanlagen wandte. Dabei forderte er die Mitglieder zur aktiven und fairen Diskussion auf.

Austausch ist wichtig. Man solle die Fragen der Vergangenheit diskutieren, aber insbesondere den Blick nach vorn richten, um im Schulterschluss zwischen Verband und Mitgliedern, erfolgreich in die Zukunft zu starten“, so der DOSB-Präsident.

 

Neben dem obligatorischen Jahresbericht des Präsidiums, dem Jahresabschluss 2013, dem Bericht der Revisoren sowie des Voranschlages für 2014 standen intensive Debatten im Vordergrund beispielsweise zur Rolle der Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG), zur Ausweiskennzeichnung oder aber zu einer möglichen bundesweiten Imagekampagne. Kontroverse, aber stets konstruktive Diskussionen zu diesen Punkten machten die unterschiedlichen Positionen und Interessen der Golfanlagen deutlich.

 

Es wurde entschieden, auf dem vom Präsidium mit dem Programm 2018 aufgezeigten Weg weiterzugehen und dabei die vielfältigen Strategiethemen bis zu einem außerordentlichen DGV-Verbandstag Ende November 2014 aufzuarbeiten. Dies erfolgt in Arbeitsgruppen, in denen das Präsidium interne und externe Experten zusammenführt und die ausdrücklich offen für die Mitarbeit aus dem Mitgliederkreis sind.

 

Es freut uns, dass wir eine große Mehrheit des Verbandtages vom Programm 2018 als Leitlinie für die nächsten Monate überzeugen konnten. Gleichzeitig nehmen wir aber auch die klare Aufgabenstellung mit, im intensiven Dialog mit allen Mitgliedern bis zum außerordentlichen Verbandstag Ende des Jahres beschlussfähige Vorlagen zu erarbeiten“, äußerte sich DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer zum weiteren Vorgehen.

 

Zentrale Themen werden dabei sein:

 

- Ein verbessertes Golfimage. Die Entwicklung einer Imageinitiative mit klarem Vor-Ort-Schwerpunkt und gleichzeitigem Fokus auf Mitgliedergewinnung und -bindung.

- Der DGV-Ausweis. Die Bedeutung der Ausweiskennzeichnung durch Hologramme und die Verbesserung des Nutzwertes.

- Eine strategische Position zu nicht clubgebundenem Golf. Dabei der Standpunkt gegenüber Fernmitgliedschaften und ein klarer Blick auf die Rolle der VcG.

- Die Anpassung der Regularien. Beabsichtigt ist die grundlegende Vereinfachung des Handicap-Systems.

 

Schlussbemerkung

Verbessertes Golf-Image, Fokus auf Mitgliedergewinnung, Bedeutung (?) der Ausweiskennzeichnung und die „Verbesserung des Nutzwertes“ (?), Vereinigung der clubfreien Golfspieler – alles schon mal gehört. Wohltuend klingt einzig und allein die „grundlegende Vereinfachung des Handicap-Systems“. Weniger wohltuend ist der lange Zeitraum, in dem man „beschlussfähige Vorlagen“ erarbeiten möchte. Wieso geht es nicht schneller? Weshalb heißt ein Programm „2018“ und nicht „2016“? So groß ist die Golfgemeinde ja nun nicht, dass man Vorläufe wie in der bürokratischen Abwicklung eines Staatshaushaltes benötigt. muss. Bleibt letztlich nach diesem Verbandstag das Fazit: Äh ...

 

Ryder Cup 2022

 

Auf ein Neues?

 

Auch für die Vergabe des Ryder Cup 2022 gibt es wieder einen offiziellen Berwerbungsprozess. Zur letzten Bewerbung für das Turnier 2018 traten damals die Niederlande, Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland an. Frankreich erhielt den Zuschlag, an der deutschen Bewerbung hagelte es Kritik.

 

Richard Hills, Europas Ryder-Cup-Direktor

Richard Hills, Europas Ryder-Cup-Director, prüfte mit seinem Team seinerzeit objektiv alle Gebote, besuchte die fünf Länder und wertete schließlich alle Bewerbungen nach strengen Kriterien aus. So musste unter anderem eine bereits vorhandene (hatten wir einige in Großstadtnähen) oder noch zu bauende (hätte mitten in der Provinz rund 20 Millionen gekostet) Weltklasse-Golfanlage ebenso präsentiert werden wie eine entsprechende Infrastruktur, um eine internationale Sportveranstaltung dieser Größenordnung perfekt inszenieren zu können. Des Weiteren sollte die Unterstützung von Regierung, privaten Sponsoren und der Golfgemeinde nachgewiesen werden; aber auch die Entwicklung des Golfsports (in Deutschland eher traurig), der Golftourismus oder die Teilnahme von Spielern in den vergangenen Ryder-Cup-Veranstaltungen waren gefragt.

 

Nationales Thema

Frankreich konnte damit punkten, dass der „Ryder Cup 2018“ Dank einer guten Lobby-Arbeit zum nationalen Thema gemacht worden war und es in der „Grande Nation“ die volle politische Unterstützung gab. Und Deutschland? „Emotions made in Germany“ hieß das Motto der deutschen Bewerbergesellschaft RCD, der schließlich Erwin Langer (Bruder von Bernhard Langer) als Geschäftsführer vorstand. Lobby-Arbeit bei der Regierung? Gleich null. Wenig hilfreich war sicher auch die öffentlich geführte Diskussion um die finanzielle Unterstützung durch den Bund und das Land Bayern, die letztlich gecancelt wurde und in der bekannten ministeriellen „Randsportart“ gipfelte.

Ryder Cup Trophy (Foto: Rolex)

Breiter Konsens

Nun also gibt es erneute Überlegungen, ob Deutschland an der Bewerbung für 2022 teilnimmt. In seinem Statement vom 25. Juni schreibt der DGV unter anderem: „Grundvoraussetzung für eine erneute Ryder-Cup-Bewerbung Deutschlands ist ein breiter Konsens in Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.“

Gegenüber zur Bewerbung für 2018 hat sich nichts geändert, der breite Konsens ist heute wie damals das Problem: ein negatives Ansehen des Golfsports Deutschland, sinkende Mitgliederzahlen, keinerlei politische Akzeptanz. Einzig die Wirtschaft wäre (wie AUDI bei 2018) zu einem Engagement bereit.

 

Nachstehend ein wenig aussagekräftiges Statement des Deutschen Golf Verbandes zu einer möglichen Bewerbung für 2022. „Mit großem Interesse zur Kenntnis genommen“, es soll „geprüft“ und „analysiert“, „Chancen und Risiken“ abgewogen werden.


Doch dazu soviel gleich vorweg: Nein, so wird das nichts. Ein lautes, spontanes und emotionsgeladenes „Ja, wir packen es noch einmal an“ – das wäre eine Ansage gewesen. Vielleicht mit dem kleinen Zusatz: „Und beim nächsten Mal machen wir es besser.“

Ryder Cup 2022

 

Statement des Deutschen Golf Verbandes (DGV)

 

Wiesbaden, 25. Juni 2014. Die Austragungsgesellschaft des europäischen Ryder Cups, die Ryder Cup Europe Limited, hat in einer Mitteilung vom 23. Juni 2014 bekannt gegeben, dass es für den Ryder Cup 2022 einen offiziellen Bewerbungsprozess geben wird. Damit wird der europäische Austragungsort, wie bei der Vergabe für den Ryder Cup 2018, zum zweiten Mal in einem solchen Verfahren ermittelt.

Bis zum 31. August 2014 müssen interessierte Nationen die Absicht einer Bewerbung offiziell bei der Ryder Cup Europe einreichen. Ein komplettes Bewerbungsdossier muss bis zum 16. Februar 2015 vorliegen. Im Herbst 2015 wird der Austragungsort des Ryder Cups 2022 bekannt gegeben.

Hierzu nimmt der DGV wie folgt Stellung:

Der DGV hat die Verlautbarungen der Ryder Cup Europe Limited zum Bewerbungsverfahren um den Ryder Cup 2022 mit großem Interesse zur Kenntnis genommen, prüft, welche Möglichkeiten sich durch das eröffnete Bewerbungsprozedere für den DGV und den deutschen Golfsport ergeben und analysiert zunächst alle Chancen und Risiken, die mit einer deutschen Ryder-Cup-Bewerbung für 2022 zusammenhängen.

Grundvoraussetzung für eine erneute Ryder-Cup-Bewerbung Deutschlands ist ein breiter Konsens in Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Der Ryder Cup gehört weltweit zu den größten und aufmerksamkeitsstärksten Events. Wenn die Möglichkeit besteht, dass ein solch global bedeutendes Sportereignis in Deutschland stattfinden kann, dann haben alle, die dem Golfsport verbunden sind, der DGV mit seinen Mitgliedern in besonderem Maße, die Aufgabe, alles dafür zu tun, um den Ryder Cup nach Deutschland zu holen.

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