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Der Top-Tag - im Bergkramerhof

Was vom Golfjahr blieb

 

Nur ein Tag?

 

Stille Stunden bei einem oder, besser noch mehreren Gläsern Bardolino können unschlagbar sein – vorausgesetzt, man blättert nicht rein zufällig in der penibel geführten Agenda (etwa in der vom letzten Jahr) und stellt sich plötzlich die Frage: Wie viele und wie viele rundum perfekte Golftage gab es da eigentlich? Tage, an denen nichts, aber auch gar nichts die Golfstimmung trübte. Ich habe nachgerechnet – und fiel danach sofort in eine tiefe Depression.

 

Von den 365 Jahrestagen konnte ich schon mal 182 Tage (Januar bis etwa Mitte April und 20. Oktober bis 31. Dezember) wegen klimatischer Bedingungen wie Kälte, Schnee, Eis oder Regen abhaken. Rest: 183 Tage. Apropos Dauerregen: Von April bis Oktober waren noch einmal 57 Tage, an denen man das Haus nicht verlassen wollte, abzuziehen. Rest: 126 Tage.

Und es ging munter weiter: Spielabbrüche wegen Sintfluten, Gewittern und Hagelschauern (14 Tage); unerträgliche Hitzetage mit Temperaturen von 30 und mehr Grad (10); Spielausfälle durch Erkältung, Weinproben am Vorabend bis an die Schmerzgrenze, Familienfeiern, Babysitting, Lustlosigkeit etc. (24); extrem schlecht gespielt, dazu fünf Turniere total vergeigt (16); durch Verkehrsbehinderungen Startzeiten verpasst, langes Warten auf neue Abschlagzeit (5); plötzlicher Kälteeinbruch mitten im Sommer (9); vor der Fahrt zum Golfplatz dummerweise die Post mit dem Steuerbescheid/wahlweise Strafman-date/Zahnarzthonorare geöffnet (23); vor der Fahrt zum Turnier Ärger mit der Politesse, die offenbar speziell für mein Auto eingestellt wurde (19); Golfrunden mit Spielern, die a) betrügen und c) einem auch sonst auf die Nerven gehen (3); Schonschläge verpasst (2). Insgesamt also 125 von 126 Tagen, an denen ich entweder nicht oder nicht völlig entrückt im Hier und Jetzt Golf spielte.

Was blieb vom Jahr? Wirklich nur dieser eine Tag, an dem ich in der Post ausschließlich gute Nachrichten vorfand, die Politesse Milde zeigte und die Fahrt zum Golfplatz reibungslos verlief, die Temperatur (mit Sonne und Wolken) ebenso perfekt war wie der Flight, die Drives saßen und der Putter (nach Bernhard Langer) so „richtig heiß“ war? Sollte es tatsächlich nur dieser eine Tag von 365 Tagen gewesen sein?

 

Zugegeben: Die Depression verflog schnell – nicht zuletzt auch durch die Antwort eines Freundes, dem ich umgehend die vorstehende Liste gemailt hatte mit der Bitte um einen Kommentar. Und der lautete kurz und knapp: „Du spinnst!“

Recht hatte er: Natürlich war jeder Golftag auf seine Art ein schöner Tag, mit unterschiedlichsten Erlebnissen und Ergebnissen. Aber Sie sehen, was dabei herauskommen kann, wenn man in stillen Stunden in seiner Agenda blättert. Und dazu Bardolino trinkt.

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