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Feine Golf-Destination: Archerfield


Schottische Links


Die Region East Lothian im Osten von Edinburgh bringt den Genuss auf eine einfache Formel: „Eat, sleep, drink, golf“. Und das alles im Überfluss.


Der Überfluss beginnt schon mitten im Stadtzentrum von Edinburgh: Da gibt es an einer kleinen Einbahnstraße namens Barclay Terrace die wundervolle Kneipe „Ye Old Golf Tavern“, gegründet 1456 (Bild oben). Nun sind alte Pubs in Schottland nicht ungewöhnlich, doch die Golf-Taverne zeichnet sich durch eine weitere Besonderheit aus: Genau gegenüber, nur wenige Meter entfernt auf der anderen Straßenseite, liegt der älteste Kurzplatz der Welt – Bruntsfield Links, eröffnet im Jahr 1895. Kein Greenfee, keine Startzeitenreservierung, kein Vorzeigen eines Golfausweises – nur das Motto: „Just go out and start playing.“

So einfach kann Golfspielen sein. Wer im Schatten des beeindruckenden Edinburgh Castle eine kleine, kostenlose Runde drehen möchte, kann sich Bälle und Schläger in der Golf-Taverne ausleihen und danach im ältesten „19. Loch“ der Welt bei einem Single Malt entspannen. Hier kehrte übrigens auch schon die schottische Königin Maria Stuart (1542 – 1587) ein.

 

Exklusiv und individuell


 Das wahre Golferglück beginnt weiter im Osten von Edinburgh, entlang der Südküste des Meeresarms Firth of Forth. Nach etwa 30 Kilometern, bei denen man teilweise einen Golfplatz nach dem anderen passiert, kommt man in das kleine Dörfchen Dirleton – und zur Golf-Oase Archerfield mit ihren beiden traumhaften Links Courses Dirleton und Fidra.

Schon seit dem 16. Jahrhundert wird hier Golf gespielt. Der Archerfield-Komplex, in Nachbarschaft weltberühmter Plätze wie Muirfield, Gullane, North Berwick oder Musselburgh, gehört heute dem schottischen Business-Man Kevin Doyle aus Edinburgh und stellt derzeit einen Wert von 55 Millionen Pfund dar.

Bis vor einiger Zeit noch ein exklusiver Privatclub (Aufnahmegebühr rund 37.000 Euro), der nur seinen mehr als 800 Mitgliedern und deren Gästen offen stand, ist Archerfield jetzt auch für Übernachtungsgäste geöffnet – auf dem weitläufigen Gelände sind luxuriöse Unterkünfte entstanden, derzeit 70 Zimmer mit 5-Sterne-Standard, dazu ein hochklassiges Spa.

Ein Hotel im klassischen Sinn gibt es in Archerfield nicht. Im alten, prachtvollen „Archerfield House“, das direkt am 7. Grün der Dirleton Links liegt, stehen insgesamt 15 erlesen eingerichtete Zimmer zur Verfügung; das historische, liebevoll restaurierte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wird allerdings nur komplett für private Feiern oder Firmenevents vermietet. Alleinreisende können rund um das „Archerfield House“ in Nebengebäuden die großzügigen Pavillon Rooms (12 Suiten mit Wohnzimmer und Küche) bewohnen.

 

Für kleine Gruppen oder mehrere Paare von sechs bis acht Personen sind die exklusiv eingerichteten „Member Lodges“ mit drei bis vier Schlafzimmern (und jeweils eigenen Bädern) ideal. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten: Marine Villa, The Boathouse, Pine Lodge und The Cottage at Marine Villa. In der Marine Villa, mit herrlichem Blick auf das Fidra Island, wurde übrigens der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson zu seinem Roman „Die Schatzinsel“ inspiriert.

 

Top-Training


Die Archerfield Links mit ihrem beeindruckenden Layout hat der ehemalige Tour-Pro David J. Russell in ihre jetzige Form gebracht. Während Dirleton durch seinen offenen Linkscharakter besticht, gefällt Fidra Links mit seiner Mischung aus Links- und Parkland-Course. Und überall: die wundervollen, malerischen Ginsterbüsche.

Viele berühmte Golfpros wie Lee Westwood, Rory McIlroy und Charl Schwartzel, Darren Clarke und Sandy Lyle haben schon auf den Archerfield Links gespielt. Anfang Mai wurde hier übrigens die Scottish Ladies Open ausgetragen, bei der die deutsche Proette Caroline Masson den 15. Platz belegte.

 

Eine der Zauberformeln von Archerfield lautet: TPEGS – Tour Pro Experience Golf Schools. Dahinter verbirgt sich eine innovative Kooperation zwischen dem Ryder-Cup-Spieler und European-Tour-Professional Andrew Coltart und dem bekannten Tour-Coach Gary Nicol, der schon viele Top-Spieler der European Tour trainierte. Beim intensiven Training wird die immense Erfahrung der beiden Golfgrößen allen Golfbegeisterten vermittelt – ob Anfänger, engagierter Amateur oder Profi. Ein umfassender Zwei-Tages-Kurs mit Andrew Coltart und Gary Nicol kostet umgerechnet etwa 1.035 Euro. Darin enthalten sind neben dem Unterricht auch zwei Übernachtungen mit Frühstück und Lunch. Und wer ohne Trainer üben möchte: die Übungseinrichtungen lassen keine Wünsche offen.

 

Einzelne Spielbahnen der beiden Top-Plätze (Par 72) zu beschreiben macht eigentlich keinen Sinn. Und doch muss die „18“ von Fidra Links erwähnt werden: ein 475 Meter langes Par 5 mit Vorgabe 8. Nun hört sich das eher harmlos an – wäre da nicht auf der rechten Fairwayseite, in guter Anspielnähe rund 120 Meter vor dem Grün, ein etwa zweieinhalb Meter tiefer Bunker, in dem man drei Elefanten würde vergraben können. Liegt der Ball hier im Sand, kann man nur noch nach hinten wieder rausspielen. Überhaupt: An Bunkern mangelt es bei keiner Spielbahn der beiden Kurse. Und sie haben so gar nichts mit dem zu tun, was man bei unseren Golfplätzen unter Bunkern versteht. Sie sind meist sehr tief, sehr strategisch platziert – und damit hundsgemein.Versöhnlich wiederum stimmt, dass die 36 Spielbahnen in einem hervorragenden Pflegezustand sind, mit grandios geschnittenen Fairways und Grüns, ausführlichen Markierungen. Da stimmt jedes Detail.

 

Perfektes Clubhaus


Zwischen den beiden ersten Abschlägen von Dirleton und Fidra Links liegt das architektonisch perfekt gestaltete Clubhaus (mit großzügiger Terrasse und erstklassigen Umkleidebereichen), alles sehr elegant und doch nicht übertrieben – ein gediegener Hort der Entspannung vor und nach einem aufregenden Spiel. Wenn der Score desaströs war und man die Laune durch einen Frustkauf etwas verbessern möchte – der Proshop ist mit allen neuen Produkten umfassend ausgerüstet. Manchmal hilft aber auch schon ein anständiger Drink in der bestens sortierten Bar. Im edel eingerichteten Restaurant kommt eine gute, preiswerte Küche auf den Tisch, der allerdings etwas mehr Abwechslung gut täte – die kleine Karte hat man schnell durch. Was rundum gefällt, ist der extrem freundliche und kompetente Service. Das beginnt beim Golfpersonal und setzt sich in der Gastronomie fort.

 

Typisch schottisch


Reisen Sie nicht nach Schottland, wenn Sie sonnenhungrig sind. Und Achtung: Die Schotten fahren in ihrem Land mit den Autos immer noch auf der falschen Seite. Und dann gibt es das schottische Nationalgericht Haggis, ein Gemisch aus Schafinnereien, Gewürzen und Hafermehl. Kurt Tucholsky hätte dazu gesagt: „Es sieht aus wie: Werden Sie das essen oder haben Sie das gegessen.“ Jetzt fehlt nur noch der berühmte schottische Geiz, nach dem die Leute dort sogar das restliche Wasser einfrieren, das beim Kaffeekochen übrig bleibt, und dass der Whisky eines ihrer Hauptnahrungsmittel ist. Ach ja, eines noch vergessen: Alle Männer tragen Röcke.

 

Nun hätten wir also die gesammelten Vorurteile beisammen – und können gleich damit beginnen, sie auszuräumen. Natürlich scheint in Schottland, neben einigen Schauern, auch häufiger die Sonne; und der Rechtsverkehr – na gut, die Leute haben sich daran gewöhnt; wer Haggis noch nicht probiert hat, sollte es einfach mal versuchen und dann seine Meinung ändern. Dass Schotten geizig sind, ist eine ebenso dumme Mär wie die, alle Franzosen seien gute Liebhaber. Whisky wiederum ist in Schottland ebenso ein Genussmittel wie beispielsweise das Bier in Deutschland oder der Wein in Italien.

 

Howie’s special


 Und nun noch zu den karierten Röcken der Männer, den Kilts. Man sieht sie zwar vereinzelt auch im Straßenbild, doch überwiegend werden die Kilts (mit dem Messer im Kniestrumpf) von traditionsbewussten Schotten zu feierlichen offiziellen oder familiären Anlässen getragen. Und ehrlich gesagt: Sie sehen einfach gut darin aus.

Die unterschiedlichen Karomuster (Tartans) sind typisch für den jeweiligen schottischen Clan. Das Wort stammt aus dem gälischen „clann“ und bezeichnet in der Übersetzung („Familie, Stamm, Kinder, Abkömmlinge“) einen sozialen familiären Großverband, der gemeinsame genealogische Wurzeln besitzt und ein fest umrissenes Gebiet bewohnt, überwiegend in den Highlands oder auf den Inseln. Wer mehr über die Strukturen und die Historie der schottischen Clans erfahren möchte, wird im Web auf Wikipedia (Eingabe: „Schottischer Clan“) hervorragend informiert.

In Edinburgh residiert einer der bekanntesten Kilt Maker Schottlands, Howie Nicholsby. Zu den Kunden des 33-Jährigen zählen neben vielen schottischen Prominenten unter anderem auch Pop-Größen wie Robbie Williams oder Vin Diesel. Howie hat schon vor 13 Jahren ein neues Kilt-Design entwickelt: die Marke „21st Century Kilts“. Mit seinem relativ kleinen Laden in der Thistle Street in Edinburgh wurde der modische Traditionalist schnell zu einem der begehrtesten Kilt Maker.

  

Howie Nicholsby: „Der Kilt reicht bis zum Knie und ist einfach ein geniales Kleidungsstück. Durch seine Falten hält er beispielsweise die Kälte und den Wind ab. Da wird nichts hochgeblasen.“ Howie grinst: „Somit erübrigt sich auch die übliche Frage: Was der Schotte darunter trägt? Er kann etwas tragen, muss aber nicht.“ Ein Kilt ist lang genug.

Howie ist Schotte durch und durch, hartgesotten, Haggisgenießer, Whiskyliebhaber. Die erste Frage, wenn man in seinen Laden kommt: „Einen Drink? Ich habe hier einen speziellen Single Malt.“ Howie’s Special. Will man einen Kilt in Auftrag geben, sollte man den angebotenen Drink annehmen – es fördert erstens die Sympathie für eine lieb gewonnene schottische Lebensart und verkürzt – zweitens – möglicherweise die Produktionszeit eines Kilts. Denn: Wer bei Howie eines der Kleidungsstücke erwerben möchte, muss manchmal auch warten können.

  

Doch zurück zum Golfen in Archerfield. Der Slogan dort lautet: „We play a different game!“ Und genauso ist es. Hier wird zwar auf Perfektion in sämtlichen Bereichen geachtet, in erster Linie will Archerfield jedoch ein freundlicher, entspannter Club ohne überspitztes Reglement sein. Wer einige ebenso komfortable wie unkomplizierte Golftage erleben möchte – Archerfield ist dafür eine erstklassige Adresse.

 Liz von Bonin

 

www.archerfieldgolfclub.com

www.archerfieldhouse.com

www.golfeastlothian.com

www.21stcenturykilts.co.uk

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