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9. Dezember 2013

 

Kommentar zum Thema

 

Golfclub-Übernahme durch die VcG?

 

Mit Golfanlagen geht es in Deutschland vielerorts und in immer kürzeren Abständen weiter bergab. Die Meldungen über- schlagen sich in den letzten Wochen: Wutzschleife, Fleesensee, Rehtmar Links – und nun das Aus für das Schloss Moyland Golfresort.

 

Wer jetzt noch optimistisch in eine deutsche Golfzukunft blickt, verdient die Tapferkeits-Medaille. In dem einen oder anderen Fall gäbe es ja eine passable Lösung: Wie wäre es, wenn die VcG (Vereinigung clubfreier Golfer), eine Tochter des Deutschen Golf Verbands, einen der betroffenen Clubs übernimmt? Das Geld dafür hätte sie. Die VcG verkauft eine riesige Menge an an Fernmitgliedschaften, überweist jedes Jahr Millionen an den DGV. Einen eigenen Golfclub besitzt die VcG jedoch nicht. Andere Anbieter von Fernmitgliedschaften haben wenigstens existierende Golfclubs im Rücken und geben „richtige“, wenn- gleich auch hologrammfreie DGV-Ausweise an ihre Kunden ab. Die Mitgliedskarten der VcG sind dagegen irgendwie nur virtuell, sehen auch völlig anders aus als der reguläre DGV-Ausweis.

Also, liebe VcG-Verantwortliche: Nehmt Euch ein Herz. Kauft Schloss Moyland. Und anschließend könnten auch die VcG-Golf- ausweise reinen Gewissens und als reguläre DGV-Ausweise verkauft werden.

Der Vollständigkeit halber sei hier angefügt: Das alles ist ohnehin nur in Golf-Deutschland möglich. In keinem anderen Golf-Land gibt es die Problematik mit Fernmitgliedschaften, Ausweisen mit oder ohne Hologramm oder gar Vereinigungen clubfreier Golfer.

 

Das Aus: Golfresort Schloss Moyland

Und hier nun die Meldung des Bundesverbands Golfanlagen e.V. (BVGA):

 

Aus für Golfresort Schloss Moyland

 

Abschläge können Golfer im Moyland-Resort nicht mehr üben. Bedburg-Hau-Moyland. Verhandlungen mit acht möglichen Investoren sind gescheitert, allen 32 Mitarbeitern ist gekündigt worden. Nächsten Samstag wird der Spielbetrieb in der Anlage eingestellt. Eine Übernahme durch den Landgolfclub ist sehr unwahrscheinlich.


Alle Bemühungen, eine Insolvenz des Schloss Moyland Golfresorts durch die Übernahme eines neuen Investors zu verhindern und die Anlage damit zu retten, sind vorerst gescheitert. "Insgesamt haben wir mit acht Interessenten gesprochen, zuletzt haben wir noch intensive Verhandlungen mit einem möglichen Investor geführt", sagt die Insolvenz- verwalterin, Natascha Habura. Doch auch mit dem letzten Interessenten konnte bislang keine Einigung erzielt werden. Das Ergebnis: Zum Ende des Monats stellt die Golfanlage den Betrieb ein.


"Den Mitarbeitern ist fristgerecht gekündigt worden", sagt Habura. Insgesamt waren auf der Anlage 19 Mitarbeiter beschäftigt, im Restaurant Alte Post weitere 13. Für die meisten von ihnen bedeutet das Ende des Betriebs der Schritt in die Arbeitslosigkeit. "Eine Hand voll hat neue Anstellungen in Aussicht", sagt die Insolvenzverwalterin.


Ihre Anstellung hat jetzt auch die ehemalige Golfclubmanagerin, Claudia Heine, verloren. "Das ist für uns alle traurig", sagt sie. Dabei hätten die Mitarbeiter bis zum Schluss mitgezogen. "Keiner hat gekündigt, keiner hat sich krank gemeldet. Das ist ein super Team, auf das ich stolz bin", sagt Heine. Sander van Gelder habe das Schloss Moyland Golfresort auch in den vergangenen drei Monaten begleitet, sagt sie. "Er war jede Woche auf der Anlage, hat sich am Dienstag noch einmal persönlich von jedem Mitarbeiter verabschiedet", so die Golf- clubmanagerin. Selbst wenn irgendwann ein neuer Besitzer für die Anlage gefunden würde: "Für die Mitarbeiter ist es dann wohl zu spät", sagt sie.


Vor vier Jahren stand die Anlage bereits schon einmal vor der Insolvenz, damals war Sander van Gelder als neuer Investor eingestiegen. Er hatte ehrgeizige Pläne, wollte einen zweiten 18-Loch-Golfplatz auf dem Gelände errichten und ein Luxus-Hotel anschließen. Insgesamt war ein Investitions- volumen von 70 Millionen Euro geplant. Zuletzt hatte das Schloss Moyland Golfresort jedoch nur noch 147 Mitglieder.


Zum 1. Dezember soll am Amtsgericht Kleve das offizielle Insolvenzverfahren eröffnet werden. Ob sich im kommenden Jahr ein neuer Investor findet oder ob es zu einer komplett neuen Nutzung – zum Beispiel durch Landwirtschaft – kommt, ist derzeit unklar. Anfang 2014 soll es zur ersten Gläubiger- versammlung kommen.


Dass der nur wenig entfernt liegende Landgolfclub Moyland (LGC) den Betrieb übernimmt, ist unwahrscheinlich. Laut LGC-Präsident Josef Müller war der Landgolfclub nicht unter den Interessenten, die mit der Insolvenzverwalterin gesprochen habe. Zwar habe man mit dem Eigentümer des Golfresort-Grundstücks, Baron Adrian von Steengracht, "Möglichkeiten der Zusammenarbeit" erörtert, doch sei es zu keinem Ergebnis gekommen. Eine Übernahme des Golfresorts durch den LGC sei finanziell nicht zu stemmen. "Die Betriebskosten sind viel zu hoch", betont Müller.


Quelle: Rp-online, 3.12.2013, Von Ludwig Krause und Marc Cattelaens

 

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